Therapie von Schlafproblemen hilft bei Diabetes
Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atemstörung. Bei den Betroffenen kommt es während des nächtlichen Schlafes zu einer Verminderung der Atmung und einem Abfall der Sauerstoffkonzentration im Blut. Dadurch wachen die Patienten mehrmals in der Nacht auf. Nun haben Forscher herausgefunden, dass eine konsequente Therapie der Schlafapnoe sich womöglich auch positiv auf den Zuckerstoffwechsel auswirkt.
Im Rahmen des Satellitenkongresses „Diabetes und obstruktive Schlafapnoe- eine gefährliche Kombination" im September 2006 in Kopenhagen stellte Dr. Igor Harsch von der Universitätsklinik Erlangen Daten vor, die für eine frühzeitige Therapie der Schlafapnoe sprechen.
Bekannt ist, so Dr. Harsch, dass die häufigen Aufwachreaktionen bei Schlafapnoe-Patienten zur massiv gesteigerten Freisetzung von Hormonen führen, die eine Abnahme der Insulinwirkung und somit eine Neigung zu Diabetes bedingen. Die Forscher aus Erlangen untersuchten daher die Blutzuckereinstellung und Insulinantwort bei Patienten vor, während und nach einer Schlafapnoe-Therapie. Die Therapie besteht aus der konsequenten nächtlichen Anwendung von Beatmungsgeräten, die die Atemwege kontinuierlich offen halten, so genannten CPAP-Geräten.
Bei den behandelten Patienten kam es zu einer messbaren Verbesserung der Insulinwirkung schon nach kurzer Therapiedauer. Auch in einer von Dr. Harsch vorgestellten amerikanischen Arbeit nahmen die Blutzuckerspitzen nach der Nahrungsaufnahme durch die CPAP-Therapie bei Diabetespatienten stark ab, und zwar je ausdauernder die Patienten CPAP anwendeten. Unklar ist jedoch zum jetzigen Zeitpunkt, ob ein generelles Schlafapnoe-Screening bei Diabetikern sinnvoll ist, um diese frühzeitig einer Therapie zuzuführen und Spätfolgen zu verhindern. Auch der Stellenwert bei Patienten mit Vorstufen eines Diabetes mellitus muss noch weiter geklärt werden. Bis dahin gilt jedoch: spätestens bei Atempausen und tiefen Schnarchattacken sollten sie den Arzt aufsuchen und sich im Schlaflabor untersuchen lassen.
Die Schlafapnoe ist ebenso wie der Diabetes mellitus, der Bluthochdruck und die Fettstoffwechselstörungen Bestandteil des metabolischen Syndroms, der Geißel unseres hohen Lebensstandards. Quelle: lifeline Quelle: Nach Informationen der Zeitschrift Atem & Schlaf, Autor: BSMO Redaktion, Stand: 06.02.2008
Wie hängen Diabetes und Schlafapnoe zusammen?
Bisher vermuteten Wissenschaftler, dass Adipositas die gemeinsame Ursache ist, wenn Menschen am obstruktiven Schlafapnoesyndrom (OSAS) und an Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Aktuelle Studien sprechen gegen diese Annahme. Weitere Untersuchungen sollen nun feststellen, ob sich das OSAS und Typ-2-Diabetes direkt gegenseitig begünstigen. Die Ergebnisse könnten zukünftig neue Therapiemöglichkeiten für Patienten mit beiden Erkrankungen ermöglichen, heißt es in einer Presseinformation der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).
Liegt ein OSAS vor, kommt es während des Schlafes zu einer Behinderung der Atemwege. Betroffene haben kurze Atemstillstände während des Schlafes, schnarchen häufig, sind am Tag müde und leiden unter Sekundenschlaf. Das OSAS tritt häufig gemeinsam mit Typ-2-Diabetes auf. Außerdem haben sowohl Patienten mit einem OSAS als auch Diabetespatienten eine erhöhte Insulinresistenz. Einen Zusammenhang beider Erkrankungen nachzuweisen, hat sich trotzdem als äußerst schwierig erwiesen: Denn diese Patienten sind meistens auch adipös. Bisher führten Wissenschaftler deshalb die erhöhte Insulinresistenz bei OSAS-Patienten auf die vorhandene Adipositas zurück. "Diese Annahme lässt sich nach aktuellen Studien nicht mehr halten", erklärt Dr. Igor Alexander Harsch, Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Erlangen. Denn eine deutlich erhöhte Insulinresistenz fanden Forscher nach Angaben der DDG sowohl bei übergewichtigen als auch bei normalgewichtigen OSAS-Patienten. Um eindeutig auszuschließen, dass die Adipositas beide Krankheitsbilder unabhängig voneinander begünstigt, werden derzeit europaweit Studien mit größeren Patientenzahlen durchgeführt. Bestätigt sich der direkte Zusammenhang, könnten sich Diabetes- und OSAS-Therapien gegenseitig ergänzen. Quelle: Presseinformation der Deutschen Diabetes-Gesellschaft Quelle: Diabetespartner
"Diabetes und Schlafapnoe – eine gefährliche Kombination"
Zu den vielfältigen Facetten des Metabolischen Syndroms muss neben dem uns vertrauten Diabetes mellitus Typ 2, der Dyslipidämie etc. auch das obstruktive Schlafapnoesyndrom (OSAS) gerechnet werden, die typische Adipositas unserer Patienten ist hier ein gemeinsames Bindeglied. Das obstruktive Schlafapnoesyndrom ist in der Bevölkerung häufig (2- 4 % nach Literaturangaben)
Die Überschneidung von Typ 2 Diabetes und OSAS ist hoch, einige Studien sprechen von bis zu 58 %!
Dennoch wird auf Grund der Trennung der Fachbereiche das jeweilig „andere“ Krankheitsbild häufig nur unvollständig wahrgenommen und die Frage nach Tagesmüdigkeit bis zum Sekundenschlaf als typischer klinischer Manifestation des OSAS gesehen. Ein gezieltes Fahnden nach der Erkrankung gehört zumeist gehört nicht zum diabetologischen Standard.
Beide Erkrankungen sind aber durch die Insulinresistenz eng verknüpft und eine Verschlechterung der diabetischen Stoffwechsellage bei gleichzeitig vorhandenen OSAS ist möglich, ebenso eine Verbesserung dieser durch adäquate Therapie der Schlafapnoe – speziell in Erlangen wurden in den letzten Jahren diesbezüglich einige Untersuchungen durchgeführt. Quelle: Universitätsklinikum Erlangen
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